Sweetgras – heilige Pflanze der Indianer

Sweetgrass (in Deutschland oft Sweetgras, Mariengras oder Süßgras genannt) hat ein sehr süßes und intensives Aroma, das noch intensiver durch die Ernte und Trocknung wird.
Bekannt geworden ist das Sweetgrass auch bei uns, da viele einheimische Stämme Nordamerikas dieses Gras für Ihre Zeremonien und Rituale nutzen. Normalerweise wird das Sweetgrass gesammelt, geflochten, getrocknet und dann verbrannt. Sweetgrass hilft uns bei einer energetischen Hausreinigung oder auch ganz allgemein bei einem Räucherritual „positive Kräfte“ im Raum und in uns zu verankern.Es gehört übrigens, neben Tabak, Salbei und Zeder, zu den 4. Heiligsten Pflanzen für viele Indianer und ist natürlich deswegen auch ein Bestandteil meiner Räuchermischung.

Doch die Anwendung von Sweetgrass bei den Indianern ist natürlich nicht auf das Räuchern beschränkt. Welche Anwendungsmöglichkeiten es noch gibt und was Sweetgras so besonders macht, möchte ich in diesem Beitrag mitteilen. Bitte beachtet aber, dass ich hier die alte Tradition der indianischen Völkern beschreibe und die Einnahme von Sweetgrass unter ärztliche Aufsicht gehört!

 

Sweetgrass als Medizin
Die Indianervölker nutzen Sweetgrass natürlich nicht nur, um bei Zeremonien gute Geister anzurufen, sondern auch als Medizin. Weit verbreitet ist die Einnahme von Sweetgrass als Tee, dies soll bei Husten, Halsschmerzen und Erbrechen helfen. Es gibt Überlieferungen, dass Schwangere Sweetgrass-Tee in einer starken Dosierung trinken, um die Nachgeburt abzustossen.
Äußerlich wird Sweetgrass auch angewendet, zum Beispiel für entzündende Augen, rissige Haut oder als Sud und Wasser gegen Haarausfall.  Der Rauch des brennenden Süßgrases wird eingeatmet, um Nasenbluten zu stoppen und Erkältungen zu lindern.
Gerade das Nutzen gegen Blutungen kann man auch in der westlichen Medizin verstehen, denn ein Wirkstoff, der auch zu dem wunderbar süßen Duft beiträgt, ist Cumarin. Dieser Stoff gilt auch in unserer Medizin als Gerinnungshemmer und somit Blut stoppend.

Sweetgrass als Aromamittel
Der Duft von Sweetgrass ist wirklich herrlich und erinnert an Vanilie oder auch an Marzipan. Da der Duft von Sweetgrass sehr intensiv ist, abhängig natürlich von der Ernte, der Trocknung, des Alters, also allgemein von der Qualität, kann man Sweetgrass auch gut als Poutpurri nutzen, sowie im Kleiderschrank aufhängen und so einen guten Duft auf die Kleidung zaubern.

Heiliges Sweetgrass und die Zeremonie
Die Zeremonien sind für indianische Völker heilig. Sobald der Sweetgrass-Zopf entzündet wird, wird dieser erst dem Schöpfer dargereicht. Denn der Schöpfer liebt den Duft des Sweetgrass und ist der Zeremonie dann wohlgewollen. Dann werden die Geister des Ostens, Südens, des Westens und Nordens angerufen und ihnen gedankt. Anschließend wird der Sweetgrass Mutter Erde und Vater Himmel dargereicht. Nachdem die Natur und die Zeremonie selbst durch das brennende Sweetgrass gesegnet werden, kommen die Stammesmitglieder dran.

Der Rauch wird erst in das Herz „geatmet“, dann in den Geist und dann in den Köprer und schließlich endet die Zeremonie, in dem man den Rauch dieser heiligen Pflanze wieder ins Herz „atmet“. Das Herz ist dabei wichtig, denn die Indianer glauben daran, dass das Sweetgrass die Liebe in das Herz eines jeden Menschen bringen kann. Dabei werden Gebete gesprochen: „Oh du großes Mysterium, bitte reinige mich von Negativität und fülle mich mit der positiven Energie der Liebe, so dass ich geheilt bin. Denn nur so kann ich für die Heilung von Mutter Erde dienen!“

Die Zeremonie dient aber auch für Heilungsrituale und soll den Geist öffnen, bevor Versammmlungen stattfinden.
Wenn alle Mitglieder eingeräuchert wurden und die Energie der Pflanze im Herz, im Geist und im Körper verankert wurden, endet die Zeremonie.
Die Indianer wissen auch um Energiefelder, wenn die Zeremonie vorbei ist, gilt der Platz als „geheiliger Platz“ für weitere Zeremonien.

Der Rauch des Sweetgrass soll übrigens nicht nur die Liebe verankern, die ältesten Indianer betonen, dass der Rauch die bösen Wesen vertreibt und ihre Kräfte vereitelt.
Warum der Zopf so wichtig ist
In Deutschland kann man Sweetgrass oft als geschnitten kaufen, doch für die Indianer spielt der Zopf (Braid), eine wichtige Rolle. Denn das Sweetgrass hilt als Haar von Nokimiis Akiin (der Großmutter Erde) und wird daher zu einem Zopf geflochten. Dabei werden immer drei Stränge genommen, auch dies hat natürlich eine traditionelle Bedeutung, denn jeder Strang ist symbolisch, für Geist, Körper und Seele. Die Indianer sagen: „Sweetgrass ist das Haar unserer Mutter, jeder Strang alleine hat nicht die Stärke, wie alle zusammen.“
Die Ernte
Die Indianer sind tief mit Mutter Erde verbunden. Bevor eine Pflanze geerntet wird, erklären die Indianer erst einmal, wieso sie das tun und bringen eine Opfergabe, oft in Form von Tabak, um der Pflanze für ihre Großzügigkeit un ihrem Dienst zu danken.
Auch wird niemals zuviel geerntet, eine Tradition, die ich sehr achte. Auch die Indianerin, die meinen weißen Salbei erntet, würde niemals zuviel von der PFlanze nehmen.
Das Sweetgrass wird von den indianischen Stämmen nur in geringer Menge geerntet, ein Großteil der Pflanzen werden nicht geerntet. Natürlich würden die Indianer niemals die Wurzel entreißen und somit die Pflanze töten. Dies entspricht einfach nicht ihrem Verständnis von Leben und leben lassen. Sowieso, eine Pflanze mit der Wurzel aus der Erde zu nehmen, bedeutet auch, dass kein Wachstum mehr möglich ist.

Sweetgrass wird natürlich auch nicht das ganze Jahr geerntet, sondern man respektiert immer den natürlichen Rhythmus der Pflanze. Da bei uns im Westen alles immer und überall verfügbar ist, haben wir unseren Bezug zu Mutter Erde verloren. Das Wachsen, das Ernten des Sweetgrass ist ein langer, komplizierter Prozess. Diese Pflanze, wie auch der weiße Salbei, kann nicht immer verfügbar sein. Die Wurzeln des Sweetgrass sind sehr verletzlich und wenn man nicht sehr vorsichtig ist, reißt man diese bei der Ernte aus der Erde.
Es gibt viele Orte, an denen früher Sweetgrass in natürlicher Umgebung wuchs, aber viele Ernter wollten den Bedarf aus aller Welt stillen, um rissen die Pflanzen aus der Erde heraus. Seitdem wachsen an diesen Stellen kein Sweetgrass mehr, es scheint als wüsste die Pflanze, wo sie geachtet wird.

Wenn wir etwas nehmen, muss auch etwas gegeben werden. Die Pflanzen dieser Erde müssen geschätzt werden, als Geschenk an die Menschen. Der Rauch von Sweetgrass und die Pflanze selbst ist heilig und hat eine sehr positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Viele Menschen würdigen dies nicht ausreichend.

Heiliges Sweetgras von einem Indianer nach alter Tradition geerntet, gibt es bei mir im Online-Shop https://www.jeomra-shop.de/49111/1-zopf-sweetgrass-laenge-55-70cm

 

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